
Lüscher-Farbtest
Der Lüscher-Farbtest ist eine Methode zur
differenzierten und genauen Erfassung des psychischen Zustandes.
Lüscher versteht die Psyche als Regulationssystem, das
ein harmonisches Gleichgewicht anstrebt.
Wir können uns dieses psychische Gleichgewicht wie zwei
Waagschalen vorstellen, die um den Drehpunkt des Waagebalkens pendeln.
Leichte Pendelbewegungen im Mittelbereich sind normal. Stärkere Ausschläge
bewirken stärkere Gegenbewegungen. Bleibt die Gegenbewegung fixiert,
besteht eine Entgleisung. Das Gleichgewicht bleibt gestört, Diesen
psychisch-somatischen Zustand pflegt man mit den unklaren Begriffen
“Neurose” oder “vegetative Dystonie” zu bezeichnen.
Wie aber fühlen wir uns im ausgeglichenen Zustand, dann
wenn wir im harmonischen Gleichgewicht sind?
Wie ein Mensch sich fühlt, ist sein Selbstgefühl. Lüscher definiert
und erläutert vier Selbstgefühle:
die Zufriedenheit,
die Selbstachtung,
das Selbstvertrauen,
die innere Freiheit.
Jedes der vier normalen Selbstgefühle kann gestört
sein. Nach jahrzehntelangen Testmessungen von Prof. Lüscher leiden zwei
Drittel der Menschen unserer Zivilisation unter einem oder zwei gestörten
Selbstgefühlen. Häufig folgen aus länger andauernden Störungen der
Selbstgefühle psychosomatische Beschwerden.
Doch wie entstehen falsche Selbstgefühle?
Sie entstehen durch falsche Selbstbewertung, durch Über- oder
Unterbewertung von sich selbst.
Wer sich überbewertet, erzeugt gleichzeitig Angst,
seinem Idealbild nicht zu genügen. Deshalb hat er heimlich oder
unbewusst Selbstzweifel und Angst, sich zu blamieren. Wer sich
unterbewertet, hat Angst, den an ihn gestellten Anforderungen nicht zu
genügen. Er ist zaghaft oder gehemmt.
Die Bewertung unseres “Ich” spielt sich im
Unterbewusstsein ab. Wir könne einen Menschen also nicht direkt fragen,
ob er unter einer Störung seiner Selbstgefühle leidet.
Als Methode, um die unbewussten Selbstgefühle sichtbar
zu machen, entwickelte Prof. Lüscher den Farbtest.
Vier in den letzten fünfzig Jahren genau definierte Lüscher-Test-Farben
entsprechen den vier Selbstgefühlen, und zwar:
-
Lüscher - Blau: Zufriedenheit (ausgeglichene Ruhe)
-
Lüscher - Grün: Selbstachtung (stabile Festigkeit)
-
Lüscher - Rot: Selbstvertrauen (Aktivität)
-
Lüscher - Gelb: innere Freiheit (Entfaltung)
Blau, das Gefühl der Zufriedenheit, bewirkt ein Gefühl
der Zusammengehörigkeit und Verbundenheit.
Grün ist die Farbe der Stabilität, der inneren
Festigkeit und Selbstachtung. Sie wirkt als innerer Kompaß.
Rot ist die Farbe der vitalen Aktivität, der Kraft und
des Selbstvertrauens. Selbstvertrauen haben wir, wenn wir unserem Können
entsprechend handeln. Wer sich zuviel oder zuwenig zutraut, sich also über-
oder unterfordert, untergräbt sein Selbstvertrauen.
Gelb bedeutet Offenheit, Weite und innere Freiheit. Wer
ohne Ängste ist, ist innerlich frei.
Umgekehrt ist ein Mensch, der sich von Sorgen bedrückt
fühlt, nicht frei; er ist verschlossen. Das helle Gelb der Lüscher-Farben
wirkt offen, frei und unbekümmert.
Sind diese vier normalen Selbstgefühle weitgehend
ausgewogen, befindet sich der betreffende Mensch in innerer Harmonie, so
funktioniert die Psyche und damit auch der Körper ohne nennenswerte Störungen.
Welcher Typ sind Sie?